Döblinger Strassennamen Herkunft und Bedeutung
 
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Kaasgrabengasse (Grinzing, Unter Sievering; von Grinzinger Allee 27 zur BellevueStr.
71/73) Flurname, 1331 als Cheswassergraben urkundlich erwähnt.
Ches = Kes, bedeutete mhd. Eislager auf einem Berg,Gletscher. ein Kes - Kar hieß eine mit Kes gefüllte Talmulde im Gebirge. Stellt man sich vor, daß im Kahlengebirge Stellen vorhanden waren, wo der Schnee besonders lange liegen blieb, so kann es leicht zwischen dem Reisenbergbach und dem Arbesbach einen Schnee- (Eis) Wassergraben gegeben haben.
Andere Begründungen: zu einer Schweinemast im Walde sagte man Geäß,
später Kes, Käs, Kaas...
Trübes Wasser mit Eisen- und Schwefelgehalt wird - jedenfalls nach dem Geruche - als Käswasser bezeichnet. Dies wiese auf eine alte Mineralquelle der Gegend hin, wie es solche in Ober Döbling und Heiligenstadt gab.

Kahlenberger Straße, (Heiligenstadt, Nußdorf, Josefsdorf); führt zum Kahlenberg (483 Meter). Dieser hieß bis 1690 Schweinsberg (auch Sauberg), während schon seit 1135 der heutige Leopoldsberg " callenberg" genannt wurde, was sich vom althochdeutschen Ausdruck für Eber (Galter) ableiten läßt. Nach neueren Forschungen jedoch ist die Ableitung des Namens vom baumlosen donauseitigen Abhang die richtige. Kahl heißt althochdeutsch kalo, kalwer, kalwen. Die älteste Schreibweise des Berges ist Chalwen perg. In jüngerer Vergangenheit volkstümlich auch Josefsberg

Kammerergasse seit 1930 (Pötzleinsdorf; von Kxottenbachstr. 189/191 zur Krottenbachstr. 219 )
Dr.Paul Kammerer, geb. 17.8.1880 in Wien, /geat. /23.9.1926 in Puchberg am Schneeberg (Selbstmord). Biologe, suchte experimentell die Vererbbarkeit erworbener Eigenschaften nachzuweisen. Werke: Allgemeine Biologie - 1915; Geschlechtsbestimmung und
Geschlechtsverwandlung - 1918; Das Gesetz der Serie - 1919.

Kardinal-Innitzer-Platz, seit 1985
Kardinal Theodor Innitzer(1875-1955), Theologe, Rektor der Universität Wien,
1929/30 Sozialminister

Karl-Mader-Weg, (Neustift am Walde);
Karl Mader (1892-1962), Bezirksrat

Karl-Mark-Gasse, seit 1997
Karl Mark (1900-1991), Sozialdemokrat, Bezirksvorsteher von Döbling, Nationalrat

Karthäuser Straße (Unter Sievering; von Sieveringer Str. 161/163
zur Nottebohmstr. 50 Sieveringer Friedhof)
Die Herrschaft Unter Sievering war vom 14. bis zum 18. Jahrhundert im Besitze des Karthäuserstiftes zu Gaming in N.Ö.

Keylwerthgasse bis 1894 Karolinengasse
(Salmannsdorf von Salmannsdorfer Str. 68/70 zur Höhenstraße)
Ignaz Keylwerth (1811 - 1885), Ehrenbürger und Wohltäter Salmannsdorf.

Khevenmüller Straße_ erst Pötzleinsdorfer Hohlweg, dann bis 1894 Bergsteiggasse
Pötzleinsdorf; von Pötzleinsdorfer Str. 104/106 nach Neustift am Walde 2
Johann Josef Graf Khevenmtiller (1706 - 1776), Besitzer der Herrschaft Pötzleinsdorf.
Österr. General im Siebenjährigen Krieg und Obersthofmeister Maria Theresias. Sein Amtstagebuch ist eine wichtige Quelle zur Geschichte der Kaiserin.

Kindergartengasse, (Heiligenstadt);
nach dem städtischen Kindergarten

Klabundgasse seit 1933 (Heiligenstadt; von Gallmeyergasse 5 zur Heiligenst.Str. 97/99
Alfred Klabund (richtig: Alfred Hentschke), Journalist und Dichter ( 1891 - 1928).

Kleeblattweg, ortsübliche Bezeichnung

Kliergasse seit 1971 (Ober Sievering; von Siolygasse zum Kranlweg)
Prof. Karl Magnus Klier, geb. 7.12.1892, gest. 1966 zu Wien.
Volksschullehrer, Volkskundler und Volkslied - Forscher.

Korntheuergasse seit 1912 (Heiligenstadt; von Gunoldst. 8 - Sackgasse)
Josef Friedrich Korntheuer (1779 - 1829), Burgschauspieler und
beliebter Komiker. 1821 - 1828 Direktor des Leopoldstädter Theaters.

Koschatgasse seit 1919 (Pötzleinsdorf, Währing und Ober Döblingj von Rüickaufgasse
zur Glanzinggasse)
Thomas Koschat; geb. 8.8.1845 zu Viktring bei Klagenfurt, gest. 19.5.1914 in Wien.
Komponist und Mundartdichter. Chorsänger an der Wr.Hofoper und im Stephansdom.
Seit 1934 gibt es in Klagenfurt ein Koschat - Museum.

Kosselgasse seit 1933 (Grinzing; von Unterer Schreiberweg zur Lotheisengasse 38) Dr.Albrecht Kossel, (1853 - 1927), Univ.Prof., Biologe, Nobelpreisträger.

Kotekweg, (Pötzleinsdorf);
Prof. Dr. Georg Kotek (1889-1977), Volksliedforscher

Kranlweg (Ober Sievering; Krottenbachstr. gegenüber der Glanzingsiedlung)
Kranl = volkstümliche Bezeichnung für die Krone der Österr. -Ungar. Währung
von 1899 - 1924.

Krapfenwaldgasse, (Grinzing);
Franz Josef v. Krapf (gest. 1732), Besitzer der Gegend

Kratzlgasse (Unter Sievering; von Krottenbachstr. 92 zur Hutweidengasse)
Karl Kratzl, (1852 - 1904) zunächst Geiger der Wr.Hofoper, später
selbständiger Kapellmeister, Komponist bekannter Wiener Lieder ("Mir hat
einmal vom Himmel tramt", "Das Glück is a Vogerl", u.a.m.)

Kreilplatz bis 1905 Hagenwiese
(Heiligenstadt; zwischen Boschstr. 19 und Grinzinger Str. 110/112)
Carl Kreil, geb. 4.11.1798 zu Ried i.Innkreis, gest. 21.12.1862 in Wien
Meteorologe, Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und
Erdmagnetismus in Wien, Forschungen auf dem Gebiet des Erdmagne tismus.
Erfand Barometro- Thermo- und Hydrographen.
Werke: Über die Natur und Bewegung der Kometen - 1843, Über den
Einfluß der Alpen auf die Äußerung der magnetischen Erdkraft - 1850.

Kreindlgasse früher Gemeindegasse
(Ober Döbling; von Hardtgasse 17/19 zur Pyrkergasse 16/18 )
Franz Kreindl, 1840 - 1908, Ziegelwerkbesitzer und letzter Bürgermeister von
Ober Döbling. Besitzer des Ehrenbürgerrechtes von Döbling. (Verdienste:
Neubau einer Mädchen-Bürgerschule, Gründung des Gymnasiums, Verbesserug
der Verkehrswege). Nach Eingemeindung: Stadtrat von 1891 bis 1895.

Kroneggergasse seit 1936 (Unter Sievering; von Daringergasse 3 - Sackgasse )
Rudolf Kronegger 1875 - 1929, Wiener Lieder - Komponist.

Kronesgasse seit 1930 (Grinzing; von Sandgasse 28/30 zur Huschkagasse)
Therese Krones, geb. 7.10.1801 in Freudenthal-Schlesien, gest. 28.12.1830 in Wien. Gefeierte Soubrette; 1821 - 1829 am Leopoldstädter Theater; erste Darstellerin der "Jugend" in Raimunds "Bauer als Millionär".
Die Sommermonate verbrachte sie in dem zierlichen Häuschen Hohe Warte 37, das die Aufschrift trug "Daheim".

Krottenbachstraße bis 1894 Neustiftgasse
(Neustift a. Walde, Ober Döbling, Ob.u.Unt. Sievering: von Billrothstr. 63/65 zu Agnesgasse) Führt längst des Krottenbaches (heute eingewölbt). 1309 wird der
Bach noch Toblingbach genannt, ab 1321 heißt er Chrotenpach. Der Name dürfte
auf das häufige Vorkommen von Krötten, ahd. chrote; mhd. krote, krotte
hinweisen.

Kuchelauer Hafenstraße
(Kahlenbergerdorf; von Heiligenstädter Str. zur Grenze von Klosterneuburg)
Nach den hier einst bestandenen "Kuchelgärten" in der Au.
Der Kuchelauer Hafen wurde in den Jahren 1901 - 1903 errichtet.
Ein Damm trennt ihn vom Strombette der Donau.
Er war als Vor- und Wartehafen für die in den Donaukanal einzuschleusenden
Schiffe gedacht.

Kuhngasse früher Poestiongasse
(Ober Döbling; von Obersteinergasse zur Ohmanngasse )
Wenzel Kuhn 1854 - 1933, Gastwirt. Bezirksvorsteher von Döbling 1903 bis 1919.

Kupfergasse seit 1973 (Nußdorf; von Greinergasse zur Sickenberggasse)
Johann Michael Kupfer (1859 - 1917), Maler, lebte lagere Zeit in Nußdorf und schuf
nebst anderen Bildern aus der Gegend, das berühmte " Schrammel " Bild.