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Adolf-Raupenstrauch-Gasse, (Nußdorf); Dr. Gustav Adolf Raupenstrauch (1859-1943), Erfinder des Lysols

Agnesgasse - bis 1894 Neustiftgasse ( von Rathgasse 2 bis Sieveringer Straße 219 )
Benannt nach der Markgräfin Agnes ( 1075-1157 ), die 1106 Markgraf Leopold III. ehelichte. Sie war seit 1105 Witwe des verstorbenen Friedrieh, des Herzogs von Schwaben.

Ährengrubenweg, seit 1994, alter Flurname

Alfred-Wegener-Gasse, 19. Bezirk (Grinzing); Univ.-Prof. Alfred Wegener (1880-1930), Polarforscher

Amalgergasse - seit 1903 (von Springsiedelgasse 19) - Sackgasse )
Der freie Bauer Ämalger wird in einer Urkunde des Stiftes Passau um 860 als erster deutscher Ansiedler am N u ß b a c h genannt.
Als Karl der Große die Avaren besiegt hatte, dehnte er die Ostgrenze seines Reiches bis über den Wienerwald, den Mons Comagenus, aus und gründete die Ostmark ( marca orientalis -8:03) Die Ostmark wurde dem Bischof von Passau zur Bekehrung und Seelsorge zugewiesen.
Ob sich der in der Urkunde erwähnte N u ß b a c h auf den Nußbach unseres Bezirkes bezieht, ist nicht erwiesen. Die Siedlung befand sich nach dem Texte der lateinischen
Urkünde "inter Raba et Chuomberch", zwischen dem Flusse Raab und einem Chuomberg. Nun hieß allerdings das Kahlengebirge auch Gumeoberg (mons comagenis), doch wird diese Grenzbestimmung eines kleinen Besitzes für zu weitgespannt erachtet, da auch bei Weiz nördlich der Raabebene ein Kumberg genannt wird.

Am Cobenzl
Nach dem Staatsmann und Gutsbesitzer Graf Johann Philipp von Cobenzl. ( 1741 - 1815 )
Beliebter Ausflugspunkt auf dem Reisenberg (Latisberg). Auf dem Reisenberg ("Reysenperch") hatte schon im 13.Jährh. das Kloster Zwettl Weingärten besessen und im 14.Jahrh. wird das Stift Klosterneuburg als Besitzer der Gegend erwähnt. Das Gebiet des Reisenberges erwarben im 18.Jahrhundert nach langem Streite mit dem Stifte Klosterneuburg die Jesuiten, die seit dem 16.Jahrhundert in Grinzing die Grundherrschaft besaßen. Als im Jahre 1773 vom Papst Klemens XIV.der Orden der Gesellschaft Jesu aufgehoben wurde, erwarb Graf Gobenzl - ein Neffe des österr.Vize-, Hof- und Staatskanzlers unter Josef II, und Franz I.- für 1200 Gulden den Besitz am Reisenberg.
Ursprünglich stand nur ein unscheinbares Häuschen auf dem Grundstück - in dem dürfte im Juli 1781 Mozart einige Tage als Gast des musikliebenden Grafen geweilt haben - aber bald erstand ein prachtvolles Schloß mit einem weitausgedehnten Park und einer großen Meierei.

Am Dreimarkstein, bis 1877 Hauptstraße, dann bis 1894 Herrengasse. Bergname, (454 Meter). Zusammentreffen dreier Ortsgrenzen (bis 1891): Ober-Sievering, Salmannsdorf, Neuwaldegg

Am Himmel, 19. Bezirk; 1784 erwarb Hofrat Anton Binder v. Kriegelstein (1735-1787) die Herrschaft Ober-Sievering mit dem Pfaffenberg und erbaute ein Schlößchen mit Ausblick auf Wien "wie vom Himmel"

Am Kahlenberg, (Kahlenberger Dorf); richtig Josefsberg

Am Leopoldsberg
Äußerste Erhebung des Kahlengebirges ( 423 m ) Bis Ende des 17.Jahrh. Kahlemberg
(Gallenberg ) genannt.
Im Jahre 1101 ließ sich Leopold III, auf der äußersten Spitze der "montes Comageni", des Kahlengebirges, wo dasselbe steil gegen die Donau abfiel, eine neue Burg als Feste gegen die Magyaren bauen. Diese wurde wiederholt vernichtet und wieder neu aufgebaut. Als die Türken 1529 gegen Wien zogen, wurde die bestehende Burg samt einer Kapelle gesprengt und geschleift, um dem feindlichen Heere keinen festen Stützpunkt zu überlassen. 150 Jahre lag dann die Bürg in Trümmern.
1679 ließ dann Leopold I.die Kapelle wieder herstellen zufolge eines Gelübde für die Abwendung der Pest. Diese wurde 4 Jahre später durch die Türken abermals vernichtet.
1693, nachdem Friede im Lande herrschte, ging Kaiser Josef I. daran,Schloß und Kapelle neu errichten zu lassen. Die Kapelle wurde dem heiligen Leopold geweiht - und seit dieser Zeit hieß der Berg Leopoldsberg.
Kaiser Karl VI.ließ an Stelle der Kapelle die noch heute stehende größere Kirche erbauen.
Den östlichen Teil Der Burg mietete gegen Ende des l8.Jahrh. der Staatsmann
Fürst de Ligne.

Am Weingebirg, (Nußdorf); Flurname

An den langen Lüssen (von Grinzinger Alle bis Grinzinger Friedhof )
Hieß zuerst Friedhofstraße, später bis 1894 Grinzinger Friedhofstraße.
Lange Lüssen = Riedname.
1315 wird erwähnt : "ze Grinczing in den Lussen" (N.Ö.Urkunden buch Bd.I.Urkundenbuch des aufgehobenen Chorherrenstiftes St.Polten).
Der Luß, Mehrzahl die Lüß, bedeutet einen durch das Los zugefallenen Ackeranteil. Bei der Landvergebung wurden die Gründe nach dem Lose verteilt. (Auch heute noch wird in manchen Gegenden die jährliche Nutzung eines bestimmten Teiles eines Gemeindegrundes Weiden- oder der Ertrag von Obstbäumen durch das Los vergeben).
Der Name eines Lusses blieb dann später auch auf dem zum Acker oder Weingarten umgeschaffenen Grundstück haften.

An der Sandleiten (unbebaute Verkehrsflache) ( Ober Döbling; von Rückaufgasse zur Krottenbachstr.) Leiten = Berghang; alter Flurname, wird 1318 bereits erwähnt.

An der Zwerchwiese seit 1937 ( Sackgasse - bei Hameaustraße 34 beginnend )
Alter Riedname: im mhd. heißt schräg = quer = twerch.
Zwirch heißen Äcker, die der Quere nach liegen. ( Im Wiener Dialekt gibt es ein Überzwerchn ).

Anton-Karas-Platz, Anton Karas (1906-1985), Zitherspieler "Der 3. Mann"

Arbesbachgasse seit 1904
( Unter Sievering; von Leidesdorfgasse bis Trautenauplatz ) Nach dem dort fließenden (eingewölbten) Arbesbach. Arbesbach ist die frühere Schreibweise für Erbsenbach, der durch Sievering fließt.

Arlethgasse seit 1972 ( Heiligenstadt, von Schreiberweg 6 zum Unteren Schreiberweg )
Emmerich A r 1 e t h, 1900 - 1965, Schauspieler und Sänger im Wiener Genre
Leitende Funktion in der Artistengewerkschaft.

Armbrustergasse bis 1894 ein Teil der Wienerstraße. ( von Grinzinger Straße bis Kahlenberger Straße )
Johann Michael Armbruster ( 1761 - 1814 ) war Jugend- und Volksschriftsteller.
In Württemberg geboren, war er Mitschüler Schillers in der Karlsschule. Er arbeitete eine Zeit in Zürich als Sekretär Lavaters, gab dann von 1793 bis 1799 in Konstanz den "Volks=
freund heraus und wurde 1800 österreichischer Polizeikommissär und Redakteur der
"Wiener Zeitung".
Er war auch Gründer der ersten öffentlichen Leihbücherei.

Aslangasse, (Grinzing); Raoul Aslan (1886-1958), Burgschauspieler

Aussichtsweg, (Heiligenstadt); Aussicht auf Wien